Bayerisches Rotes Kreuz - KV Bayreuth

Die Sanitätsbereitschaften

Zu den ursprünglichsten Aufgaben der BRK-Bereitschaften gehört der Sanitätsdienst. Ob bei Fußballspielen, bei Rock-Konzerten oder im Theater, viele hunderte von Helfern der BRK-Bereitschaften sind Tag für Tag dafür im Einsatz. Vom Anlegen eines Verbandes bis zur Unterstützung des Notarztes bei Wiederbelebungsmaßnahmen: Das Spektrum der Hilfeleistungen ist vielfältig. Auch im Katastrophenfall stehen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BRK immer und überall zur Verfügung.

Bei den Sanitätsbereitschaften im Kreisverband Bayreuth leisten rund 840 Mitglieder jährlich mehr als 130.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Das Aufgabengebiet der Bereitschaften hat sich mit den Jahren ständig erweitert, so dass der klassische Sanitätsdienst zwar einen großen Teil der Arbeit einnimmt, aber nur noch ein Teil des Angebotes ist.


Der Sanitätsdienst


1 Jährlich leisten die ehrenatlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hunderte von Dienststunden
im Sanitätsdienst. Als größte Veranstaltungen im laufenden Jahr ist hier besonders das Bayreuther Bürgerfest zu nennen. Hier helfen Frauen und Männer aus den verschiedensten Bereitschaften des Kreisverbandes zusammen, um im Notfall schnell zu Hilfe kommen zu können.
Großveranstaltungen wie das neu eingeführte "Public Viewing" im Rahmen der Sanitäter einer Sanitätsbereitschaft bei einem Eishockeyspiel in Bayreuth - Foto: BRK BayreuthBayreuther Festspiele werden die Bereitschaften auch künftig fordern. Erfahrungen mit großen Menschenansammlungen konnten während der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006 in Deutschland und zwei Jahre später bei der EM gesammelt werden.
Hier waren Sanitäter aus unserem Kreisverband auch in Österreich eingesetzt. Dies zeigt deutlich die Wichtigkeit der Sanitätsbereitschaften, die im Kreisverband Bayreuth über ein hohes Ausbildungsniveau verfügt.


Der Betreuungsdienst


1 Vom Grundsatz her dient der Betreuungsdienst der Aufrechterhaltung der sozialen Grundbedürfnisse der unverletzten, von einem grossen Schadensereignis oder einer Katastrophe betroffenen, Menschen. Dem Betreuungsdienst fallen somit lebenserhaltende Aufgaben zu. Hierfür werden einsatzbereite Helferinnen und Helfer, die auf die Hilfeleistung in solchen Schadens- oder Katastrophenfällen Mitglierder des BRK Bad Berneck und Neuenmarkt-Wirsberg zeigen nach dem Abschluss des Betreeungslehrganges ihr Können - Foto: BRK Bayreuthvorbereitet werden sowie entsprechendes Material benötigt. Die Betroffenen haben dabei die Möglichkeit verloren, sich selbst zu versorgen. Sie müssen deshalb so schnell wie möglich Hilfe erhalten, die sie vor weiteren Gefahren und Schäden bewahrt. Jede Hilfe durch jeden Helfenden ist in einer solchen Situation angezeigt und willkommen. Sie wird aber angesichts der Zahl der Betroffenen und der Größe der Not nicht ausreichend sein. Es muss zunächst eine organisierte Hilfe einsetzen.

Diese Hilfe muss die Betroffenen:
  • auffangen und sammeln, (um mit ihnen Verbindung zu bekommen und sie weiteren Hilfsmaßnahmen     zuzuführen)
  • zielgerecht leiten, (z.B. aus dem Gefahrenbereich, über passierbare Straßen)
  • verpflegen, (heiße Getränke, Kaltverpflegung, Eintopfgerichte)
  • unterbringen, (in Notunterkünften)
  • betreuen, (vorrangig die besonders gefährdeten Personengruppen)
  • registrieren (u. a. als Grundlage für die Familienzusammenführung)

Juli 2007 - Unwetter über Bayreuth, das BRK betreut und verpflegt hunderte Feuerwehrleute - Foto: BRK Bayreuth Aus der Aufzählung wird deutlich, dass eine solche Hilfe geplant und gelenkt, d.h. organisiert werden muss. Hierfür wurde der Betreuungsdienst eingerichtet. Erforderlich wird sein Einsatz im Kreisverband Bayreuth mehrmals pro Jahr. Der Betreuungsdienst kommt unter anderem bei Brandeinsätzen, schweren Unfällen oder bei stundenlangen Totalsperrungen, beispielsweise auf Autobahnen, zum Einsatz. Neben der Betreeung von Betroffenen Personen kommt der Betreuungsdienst nicht selten zum Einsatz, um Helferinnen und Helfer anderer Hilfsorganisationen während langanhaltender Einsätze zu versorgen.


Fachdienst Technik und Sicherheit (T+S)

       
1Technik und Sicherheit (T+S) ist ein Fachdienst des BRK und bei den Bereitschaften angesiedelt. Er stellt die technische Unterstützung des Sanitäts- und Betreuungsdienstes dar. T+S ermöglicht es ihnen sich getreu ihren Aufgaben zu widmen und stellt das notwendige technische Equipment zur Verfügung. Bei größeren Einsätzen treffen die Komponenten Rettungsdienst und Schnelleinsatzgruppe schnell an die infrastrukturellen Grenzen. Hier greift das LKW des Fachdienstes T+S Bayreuth bei einer Ausstellung an der Bayreuther Kinderklinik im Jahr 2008 - Foto: BRK BayreuthKonzept des "Technischen Dienstes". Er schafft die benötigte technische und logistische Voraussetzung damit sich der Rettungsdienst, Sanitätsdienst und Betreuungsdienst vorrangig um ihre ureigensten Aufgaben kümmern können. Außerdem wird ein gewisses Maß an lokaler Unabhängigkeit der BRK Einsatzeinheit sichergestellt. Als jüngste Aufgabe soll der "Technische Dienst" bei Einsätzen die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitsschutz-, Unfallverhütungsvorschriften und andere Sicherheitsvorschriften überwachen. Eine weitere Teilaufgabe des technischen Dienstes ist die Trinkwasseraufbereitung bei Katatstrophenfällen im In- und Ausland.


Fachdienst Information und Kommunikation (IuK)

1Die Aufgaben dieses Fachdienstes im BRK sind die Beratung und Unterstützung (personelle und fernmeldetechnische Hilfestellung) der Führungsgruppe bzw. der Sanitätseinsatzleitung, in allen Fragen der Nachrichtenübermittlung, sowie das Herstellen und Halten von Fernmeldeverbindungen mit modernen Kommunikationssystemen entsprechend dem Einsatzauftrag. Moderne Kommunikationssysteme müssen Nachrichten, Meldungen, Weisungen und Aufträge sicher und schnell übermitteln und sind unerläßlich zum Treffen sinnvoller Entscheidungen zum ökonomischen Einsatz von Menschen und Material. Das oberste Ziel des Fachdienstes "IuK" in seiner Gesamtheit ist es, eine geordnete Führung zu ermöglichen.

Ein Mitarbeiter des IuK bei der Arbeit während eines Massenufalles auf der A9 bei Spänfleck - Foto: BRK Bayreuth Aufgaben des "IuK" im Einsatz:
  • Aufbau und Instandhaltung der Kommunikation im Einsatz
  • Unterstützung des Einsatzleiter
  • Registrierung & Dokumentation
  • Disposition der zur Einsatzmittel und -Kräfte
  • Technische Arbeiten im Bereich der Komunikation


Einsatzleitwagen Der Fachdienst "IuK" greift weiterhin im Rahmen der Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UgSANEl), der aus dem Organisatorischen Leiter und dem Leitenden Notarzt bestehenden, Sanitätseinsatzleitung unter die Arme. Zu diesem Zweck verfügt der BRK-Kreisverband Bayreuth über einen Einsatzleitwagen, der genau auf die Bayreuther Bedürfnisse zugeschnitten ist und für diese entworfen wurde.


Helfer vor Ort

Fahrzeug und Ausrüstung des HvO Hohes Fichtelgebirge - Foto: HvO Während der Rettungsdienst und/oder der Notarzt innerhalb des Bayreuther Stadtgebietes seinen Einsatzort in wenigen Minuten erreicht, kann dies im ländlichen Gebiet oft viel länger dauern. In Randgebieten kann sich die Zeitspanne vom Notruf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verlängern. Schlechte Witterungsverhältnisse können die Zeiten nochmals drastisch steigern.

Die erfolgreiche Versorgung von Notfallpatienten hängt jedoch nicht selten von schnellem und kompetentem Eingreifen ab. Aufgrund dieser Erkenntnis haben die BRK-Bereitschaften die Helfer vor Ort (HvO) ins Leben HvO Creußen bei einem verunglückten Waldarbeiter - Filmdreh mit TMT - Foto: BRK Bayreuthgerufen.
Von der Rettungsleitstelle über Piepser alarmiert, können die gut ausgebildeten Ersthelfer - dank ihrer Nähe zum Einsatzort - unverzüglich mit den oft lebensrettenden Sofortmaßnahmen beginnen und so das therapiefreie Intervall verkürzen.
Die Sofortmaßnahmen werden bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes weitergeführt. Für die Kosten, die durch den HvO entstehen müssen die Bereitschaften selbst aufkommen. Möglich wird dieser Dienst erst durch Geld- oder Sachspenden.

HvO Standorte des BRK gibt es in:
  • Aufseß
  • Creußen
  • Gefrees
  • Hohes Fichtelgebirge
  • Mistelgau
  • Pegnitz
  • Weidenberg



BRK Motorradstreife

1Woche für Woche schlängeln sich eine Blechlawinen auf den Autobahnen in alle Richtungen. Gerade im Sommer, wenn die Ferien überall begonnen haben oder zu Ende sind, wird es richtig eng. Die kleinste Behinderung, sei es ein Pannenfahrzeug oder ein Unfall, bringt den Verkehrsfluss Motorradstreife auf der A9 - Foto: BRK Bayreuthzum erliegen. Jetzt geht nichts mehr. Rettungs- und Bergungsfahrzeuge müssen sich oft in Millimeterarbeit durch die engen Rettungsgassen quälen. Hier kann die BRK Motorradstreife ihren Trumpf ausspielen. An Wochenenden in der Motorradsaison sind die Männer um Gruppensprecher Detlef Fischer von Freitagabend bis Sonntagabend auf den Autobahnen, Bundes- und Landstraßen unterwegs. Dank ihrer wendigen Zweiräder ist es den BRK-Helfern möglich auch dann durchzukommen, wenn es enger wird. An der Einsatzstelle können sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wertvolle Erste Hilfe leisten, dank eines mitgeführten Frühdefibrillationsgerätes kann auch im Falle eines Herzkammerflimmerns perfekt geholfen werden. Im Stau stehen die Motorradsanitäter zur Seite wenn es beispielsweise gilt, Babynahrung zu organisieren. Seit 1991 gibt es die Motorradstreife im BRKMotorradstreife im Einsatz - Foto: BRK Bayreuth Kreisverband Bayreuth. Die sieben Motorradengel im Kreisverband Bayreuth kommen jährlich mehr als 400  zum Einsatz. Mit der Kilometerleistung von knapp 24.000 Kilometern liegt die Mannschaft des Bayreuther Motorrades mit dem Rufnamen „Rotkreuz Bayern 74“ bayernweit an erster Stelle. Kein Wunder, schließlich erstreckt sich das Einsatzgebiet auf der BAB 9 von Schnaittach bis an die Landesgrenze Thüringen, die BAB 70 zwischen Schirradorf und dem Dreieck-Bayreuth/Kulmbach und die BAB 72 vom Bayerischen Vogtland bis zur Landesgrenze bei Plauen.

 

Krisenintervention (KIT) oder Notfallnachsorge

1Arbeitskreis Kriseninterventionsdienst (KID)
Im Rettungsdienst, im Sanitäts- und Betreuungsdienst, sowie im Rahmen der Wasser- und Bergrettung kommen wir immer wieder mit Menschen in Kontakt, die sich in einer außergewöhnlichen psychischen Belastungssituation befinden. Aufgabe unserer Kriseninterventions-Teams ist es, Auswirkungen psychischer Traumen bei direkt Betroffenen, Angehörigen oder Beteiligten, möglichst frühzeitig - d.h. noch am Notfallort - durch entsprechende Maßnahmen zu reduzieren. Krisenintervention versteht sich daher als Präventivmaßnahme gegen das Entstehen einer posttraumatischen Belastungsstörung als mögliche Folge einer akuten Belastungsreaktion. Der KID besteht aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des BRK. Dieser Dienst wird in enger Zusammenarneit mit dem Technischen Hilfswerk und den Maltesern in Waischenfeld durchgeführt.

Stressbearbeitung für Einsatzkräfte (SBE)
Stressbearbeitung für Einsatzkräften wird in den USA schon seit 20 Jahren praktiziert. Nicht erst seit dem ICE-Unglück in Eschede ist auch in Deutschland bekannt, daß viele Helfer enorm unter ihren quälenden Erinnerungen an Extremsituationen leiden. Niemand weiß, wie viele Menschen deswegen vorzeitig aus ihrem Beruf ausgeschieden sind oder gesundheitliche Beeinträchtigungen hinnehmen mußten, Schwierigkeiten mit ihrer Beziehung oder ihrer eigenen Persönlichkeit erfuhren oder die Freude am Leben und Arbeiten, ihrem gewählten Beruf oder ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit verloren haben.
Durch einen Komplex ineinandergreifender Maßnahmen und Angebote soll vor allem traumatischem Stress vorgebeugt, dieser gegebenenfalls gelindert, die Genesung beschleunigt und die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter erhalten werden.


Weiterführende Informationen bekommen Sie auf den Seiten der Kreisbereitschaft Bayreuth unter:



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