Die Bergwacht Bayern
Die Bergwacht Bayern führt den Rettungsdienst in den alpinen Einsatzbereichen und an unwegsamen Einsatzschwerpunkten durch. Sie ergänzt in besonderen Fällen die weiteren Einheiten des
Rettungsdienstes auch außerhalb ihrer Einsatzbereiche. Sie wird durch die Zweckverbände für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung auf der Basis öffentlich-rechtlicher Verträge mit der
Durchführung des Rettungsdienstes beauftragt.
Sie leistet etwa 12.000 Einsätze jährlich, das sind:
* 6.000 Rettungsdienst-Einsätze nach SGB V
* 950 Such und Sondereinsätze (Toten-, Tier-, Gleitschirm- oder Drachenbergung)
* 5.000 Hilfeleistungen ohne umfangreiche medizinische Verantwortung
Sie ist organisiert in 35 Einsatzbereichen unter Führung von 35 Einsatzleitgruppen und verfügt über eine Struktur mit:
* 108 Einsatz- und 127 Vorauseinsatzwachen
* 172 Einsatz- und 90 Sondereinsatzfahrzeuge
* 35 Bereichs- und 80 Gebietseinsatzzentralen
Rechtsform und Finanzen
Die Bergwacht Bayern ist dem Landesverband des Bayerischen Roten Kreuzes zugeordnet und somit ein Teil einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das Logo der Bergwacht Bayern ist das
Rote Kreuz im Edelweiß mit dem Schriftzug "Bergwacht Bayern". Es stellt mit dem Schriftzug "Bergwacht Bayern" eine Einheit dar und darf nicht in abgeänderter Form verwendet werden.

Die Bergwacht Bayern verwaltet ihre Finanzen innerhalb des Bayerischen Roten Kreuzes eigenständig. Sie hat
einen jährlichen Gesamtaufwand von etwa 5,2 Millionen Euro. Nur etwa ein Drittel dieses Aufwands werden den betroffenen Personen in Rechnung gestellt. Gemäß Artikel 24 des Bayerischen
Rettungsdienstgesetztes ist sie verpflichtet, Benutzungsentgelte für ihre Leistungen zu verlangen. Ein weiteres Drittel stellt der Freistaat Bayern für die Beschaffung der Einsatzfahrzeuge,
Kommunikations- und anderweitigen Rettungsmittel zur Verfügung. Der Restbetrag finanziert sich über Spenden an unsere 119 Bergwachten.
In Absprache der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen in Bayern wird ein jährlicher Refinanzierungsbedarf von 1.550.000 Euro angenommen. Dieser Betrag wird durch die Anzahl der zu erwartenden
Einsätze geteilt und dann der jeweils betroffenen Person oder dessen Versicherung in Form von sogenannten "Einsatzpauschalen" in Rechnung gestellt. Die Höhe der Einsatzpauschale richtet sich
nach dem Aufwand und kann 180,-, 360,- oder 720,- Euro betragen. Die Rechnungsstellung erfolgt durch die Zentrale Abrechungsstelle für den Rettungsdienst in Bayern. Es handelt sich somit
um eine günstige und für die Kosten-träger vorteilhafte Finanzierungsform des Bergrettungsdienstes, bei der lediglich ein Drittel des finanziellen Aufwands der Bergwacht Bayern an den
Versicherten oder Verunfallten weitergereicht werden.
Entwicklungen

Die Bergwacht Bayern ist eine traditionsreiche Organisation, die vor etwa 100 Jahren gegründet wurde, um den Unfalldienst
in den bayerischen Alpen zu übernehmen. Seither hat die Bergwacht Bayern eine Vielzahl von Entwicklungen und Anpassungsprozessen durchlaufen. Heute sieht sich die Bergwacht Bayern einer
Reihe von Herausforderungen gegenüber, die in den aktuellen Entwicklungen und in dem veränderten Verhalten der Bevölkerung in Deutschland liegen.
Verändertes Freizeitverhalten der Bevölkerung und zunehmender Tourismus in den bayerischen Alpen bedeuten für die Bergwacht Bayern eine stärkere Belastung. Leistungsfähigere
Seilbahnanlagen befördern viele Erholungssuchende im Akkord auf Berggipfel, attraktive Berggaststätten locken in breitgestreuter Werbung mit Panoramablick. Trendige Sportarten ziehen Menschen
in einst menschenleere Landschaften. Schneekanonen und Flutlichtanlagen verlängern die Skisaison sowie den Skitag, Mountainbikeparks und Halfpipes bedeuten neue Einsatzschwerpunkte.

Hinzu kommt der wachsende Anteil älterer und mobiler Menschen mit immer mehr Freizeit. Die
Folgen sind zunehmende Einsatzzahlen an Wochentagen. Auch macht sich der allgemeine Klimawandel bemerkbar, der gerade im bayerischen Alpenraum vermehrt niederschlagsbedingte Schadensereignisse
verursacht. All diesen Aufgaben möchte die Bergwacht Bayern gerecht werden und den Rettungsdienst in den Bergen gewährleisten. Als ehrenamtliche Organisation ist sie dabei auf die Hilfe und
Unterstützung ihrer vielen Partner angewiesen, die zum Teil eigene Interessen in diese Partnerschaften mit einbringen.
Einsatzbereitschaft
Die Einsatzleiter der 36 Einsatzbereiche leiten und begleiten eigenverantwortlich die Einsätze der Bergwacht Bayern. Sie sind ständig verfügbar, entsprechend ausgebildet und ausgerüstet. Sie
haben die Ausbildungsreihe für Einsatzleiter durchlaufen und absolvieren regelmäßig die erforderlichen Sicherheitsunterweisung. Sie stehen ebenso wie die Mitglieder der Bergwacht Bayern
grundsätzlich für Rettungseinsätze zur Verfügung.
Im Einsatzgeschehen beurteilen sie gemeinsam die Situation auf Grundlage der verfügbaren Informationen und entscheiden über geeignete Vorgehensweisen. Einsätze mit überhöhtem Risiko und
Einsätze wider die Vernunft werden nicht durchgeführt. Die Einschätzung treffen die Einsatzkräfte vor Ort auf Grundlage ihrer Ausbildung, Erfahrung und persönlicher Situation nach bestem Wissen
und Gewissen.
Quelle:
Bergwacht Bayern
Fotos: Bergwacht Wunsiedel, Bergwacht Bischofsgrün, Bergwacht Weißenstadt
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