Sicherheit durch Simulation: Ein neuer ergänzender Weg für sichere Blaulichtfahrten

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Zu jeder Zeit, jeder Sekunde, kann im Straßenverkehr etwas Unvorhergesehenes passieren, aber die wenigsten Autofahrer wissen, wie man in Extremsituationen angemessen reagiert. Wie man sich, sowie andere Verkehrsteilnehmer möglichst unversehrt außer Gefahr bringt, wird in Fahrsicherheitstrainings der Verkehrswacht Bayreuth/Kulmbach demonstriert.  Der BRK Kreisverband Bayreuth arbeitet eng mit der Verkehrswacht und ihrem Vorsitzenden Peter Hübner zusammen.

Auch für die Rettungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes wurden spezielle Fahrsicherheitstrainings entwickelt. Hierzu wurde das Bayreuther Stadtgebiet in der Simulation detailgetreu nachgebildet. Seit einigen Jahren schon, stellt die Verkehrswacht Bayreuth / Kulmbach ihren Fahrsimulator von Herbst bis Frühling dem BRK Kreisverband Bayreuth auf dem Gelände des RettCampus an der BRK Berufsfachschule für Notfallsanitäter zur Verfügung. Seit diesem Jahr wurde der Simulator umfassend technisch (rund 100.000€) ertüchtigt und konzeptionell neue Beine gestellt. Mit einem eigens angepassten Stellplatz ist er nun fester Bestandteil des Bayreuther BRK-Simulationszentrums. Die Rettungskräfte aus dem Ehren- und Hauptamt können daran den Ernstfall einer Blaulichtfahrt im Fahrsimulator erleben und sind damit für das 8-fach höhere Unfallrisiko bei Blaulichtfahrten im Einsatzdienst gut gerüstet. Die Simulation ergänzt damit – nun dreistufig – die bereits etablierten regelmäßigen Blaulichteinweisungen durch die Kollegen der Polizei und die immer wieder stattfindenden Fahrsicherheitstrainings.

Durch die Blaulichtsimulation können die Fahrer in einer sicheren Umgebung ihr Fahrverhalten unter Beweis stellen, ihr Reaktionsvermögen verbessern und sich auf mögliche Gefahrensituationen vorbereiten, denn ein Fehler im Simulator trägt keine weiteren Konsequenzen, wie im echten Straßenverkehr, nach sich. Dies alles geschieht unter Anleitung von qualifizierten Trainern, die hierfür geschult wurden.

Denn wer kennt sie nicht, die tückischen Gefahrsituationen. Im Wohngebiet läuft urplötzlich ein Kind zwischen geparkten Autos hervor, andere Verkehrsteilnehmer sind unachtsam und verhalten sich nicht angemessen oder ein Auto wechselt ohne Vorwarnung die Fahrspur. Besonders bei hohem Tempo, was bei Einsatzfahrten, bei denen es um Leben und Tod gehen kann, die Regel ist, ist ein schnelles Reaktionsvermögen und eine vorausschauende Fahrweise unerlässlich.

Der Simulator ist mit drei Bildschirmen ausgestattet, um ein möglichst realitätsgetreues Erlebnis wie im echten Straßenverkehr zu ermöglichen. Des Weiteren lassen sich Wetterbedingungen und unterschiedliche Situationen bei Blaulichtfahrten einstellen:

  1. Tag und Nacht-Fahrt: Hierbei kann unter anderem das Fahren in der Dunkelheit geübt werden.
  2. Nebelfahrt mit individuell einstellbarer Intensität des Nebels.
  3. Regenfahrt, die durch eine graue Umgebung und nasser Frontscheibe das Fahren erschwert. Hierbei wirkt sich die Wettersituation auch auf das Bremsen und den Bremsweg aus (geringere Reibung und mögliches Aquaplaning).
  4. Schneefahrt, mit ebenso reduziertem Reibungswert zwischen Reifen und Fahrbahn.

Alle Funktionen lassen sich jederzeit ein- und ausschalten bzw. verändern. So sind auch spontane Demonstrationen möglich.

Die gesamte Fahrt wird durch den Computer aufgezeichnet um besondere Gefahrensituationen einschließlich des Fahrverhaltens des Fahrers, rückblickend gemeinsam mit dem Ausbilder analysieren zu können. Das sog. Debriefing ist eine wichtige Funktion, da sie zu einem besseren und nachhaltigem Fahrverständnis beiträgt.  Die Sichtposition kann hierbei aus der Sicht des Fahrers (rechts, links, Vogelperspektive, etc.) frei gewählt werden.

Peter Hübner (Vorsitzender der Verkehrswacht) und Kreisgeschäftsführer Markus Ruckdeschel sind stolz auf das gemeinsam erreichte Ziel! Das Simulationszentrum steht auch den anderen örtlichen Blaulichtorganisationen (Feuerwehr, THW, usw.) und natürlich als fester Bestandteil der Ausbildung den Schülern der Berufsfachschule für Notfallsanitäter zur Verfügung.

Da zur Zeit der Schulbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie komplett still steht, konnten die Restarbeiten durch das Lehrerkollegium erledigt werden.

Einen kleinen Vorgeschmack geben Euch die Bilder aus unserem Simulationszentrum! Wir freuen uns auf Euch, wenn unser Simulationszentrum wieder die Türen öffnen kann!

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