Eine optimal funktionierende Rettungskette rettet Anfang Mai 2026 einem betagten Mann im Fichtelgebirge das Leben.
15:12 Uhr
An einem Nachmittag Anfang Mai nach 15:00 Uhr war ein Senior aufgrund von Herzproblemen zuhause nicht mehr ansprechbar. Die Familie verständigte sofort um 15:12 Uhr über die Notrufnummer 112 den Rettungsdienst.
Der Disponent in der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach nahm zunächst die Daten des Anrufers (Name, Adresse, Telefonummer) und den Sachverhalt auf und begann dann sofort den Sohn zu einer sogenannten Telefonreanimation anzuleiten.
Hierbei handelt es sich um ein standardisiertes einheitliches Vorgehen in den Leitstellen in ganz Bayern, mit dem Laien zur Reanimation angeleitet und die wichtige Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt werden soll.
Diese ersten Minuten nach dem Herzkreislaufereignis sind oft für den Patienten lebensrettend. In der für den Helfer sehr stressbelasteten Situation wird er am Telefon sehr ruhig durch speziell ausgebildete Kräfte in der Leitstelle angeleitet. So wird ihm gesagt, wie er den Patienten lagern soll und wie und in welchem Rhythmus die Herzdruckmassage durchgeführt werden muss.
Durchschnittlich einmal am Tag kommt es in der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach zu einer derartigen Telefonreanimation, so Dr. Häfner, der Leiter der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach.
Alarmiert wurden durch den Disponenten bei dem Patienten parallel zur Telefonreanimation die Feuerwehr, der Helfer vor Ort des Bayreuther BRK, der Rettungshubschrauber Christoph 20 aus Bayreuth mit einem Notarzt und ein Rettungswagen aus Wunsiedel.
15:21 Uhr
Kurz nach der Feuerwehr traf bereits um 15:21 Uhr der Helfer vor Ort (HvO) des Bayreuther BRK ein. Hierbei handelt es sich um einen speziell ausgebildeten Sanitäter, der mit einem Fahrzeug, ausgestattet mit Blaulicht und Martinshorn, im-mer dann zusätzlich alarmiert wird, wenn aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ein Notarzt oder Rettungswagen nicht schnell genug vor Ort sein kann. Gerade „auf dem Land“ handelt es sich hierbei um ein äußerst wichtiges und lebensrettendes Einsatzmittel. Die Helfer vor Ort sind engagierte, ehrenamtliche Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes oder anderer Hilfsorganisationen, die ihre Dienste in ihrer Freizeit vesehen.
Der HvO übernahm sofort die lebensrettenden und lebenserhaltenden Maßnahmen bei dem Patienten und setzte die Kameraden der Feuerwehr entsprechend zur gemeinsamen Reanimation ein.
15:25 Uhr
Nur wenige Minuten später, um 15:25 Uhr, landete der Rettungshubschrauber Christoph 20 und der Notarzt übernahm die weitere Behandlung des Patienten.
15:33 Uhr
Nachdem um 15:33 Uhr auch der Rettungswagen aus Wunsiedel vor Ort war, wurde der Patient in den Rettungswagen gebracht und dort weiter stabilisiert.
16:36 Uhr
Er wurde anschließend in ein Klinikum gefahren, wo er um 16:36 Uhr ankam. Dort kümmerten sich die Ärzte weiter um den Patienten.
16:06 Uhr
Parallel dazu alarmierte die Leitstelle einen Notfallseelsorger, der um 16:06 Uhr bereits in der Wohnung des Patienten war und die in einer Ausnahmesituation befindlichen Angehörigen betreuen konnte.
Dieser Einsatz zeigt, wie gut die einzelnen verschiedenen Glieder der Rettungskette ineinander greifen, um einem Patienten optimal helfen zu können.
Viele Laien haben in einer derartigen Situation Angst davor, selbst Erste Hilfe zu leisten, weil die befürchten, etwas falsch zu machen. Bei der Laienreanimation gilt aber: Man kann nichts falsch machen, außer nichts zu tun.
Der Sohn des Patienten, der die ersten Reanimationsmaßnahmen durchgeführt hat, erklärte gegenüber dem Bayreuther BRK: „Ich bin froh und dankbar, dass es meinem Vater wieder besser geht. Der Mann von der Leitstelle hat mich bei der Wiederbelebung sehr gut begleitet. Die Ret-tungskräfte waren schnell da und haben kompetent geholfen. Vielen Dank an alle.“
