Noch hat die Hitzewelle keine Auswirkungen auf das Einsatzgeschehen beim Rettungsdienst und den anderen Abteilungen des bayerischen Roten Kreuzes in Bayreuth mit Stand vom Donnerstagnachmittag. Sowohl die integrierte Leitstelle Bayreuth/Kulmbach, als auch der Hausnotruf und die Pflege zu Hause melden ein noch normales Einsatz geschehen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
Unbedingt sollte man bei der Arbeit und in der Freizeit aber auf die starke Sonneneinstrahlung und die große Hitze Rücksicht nehmen. Dies beginnt schon da-mit, sich im Schatten aufzuhalten und genügend und vor allem alkoholfreie Getränke zu trinken. Die Kameradinnen und Kameraden der Ambulanten Alten- und Krankenpflege des Bayreuther BRK empfehlen hier ihren Patienten mindestens 2 – 3 l Wasser am Tag. Starke körperliche Anstrengung ist zu vermeiden.
Wenn man schon ins Freie und in die Sonne gehen muss, ist eine Kopfbedeckung und ein ausausreichendes Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor unverzichtbar.
Die Leiter der Kreiswasserwacht Bayreuth im Bayreuther BRK Hans-Joachim Seibel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man beim Baden unbe-dingt die Baderegeln beachten und keinesfalls überhitzt in Wasser springen dürfe. Ansonsten könne es schnell zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislaufproblemen kommen.
Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst im Rettungsdienstbereich Bayreuth/Kulmbach, Dr. Christian Haag erklärt in Zusammenhang mit den derzeitigen hohen Temperaturen:
Die derzeitige Hitzewelle stellt eine ernstzunehmende gesundheitliche Belastung dar. Hitze ist keine bloße Unannehmlichkeit, sondern kann insbesondere für ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, chronisch Kranke, Schwangere so-wie Personen mit körperlicher Arbeit oder intensiver Freizeitaktivität lebensbedrohlich werden. Bereits heute zählt Hitze zu den folgenschwersten wetterbe-dingten Gesundheitsrisiken in Deutschland.
Aus medizinischer Sicht gelten derzeit folgende Empfehlungen:
- Ausreichend trinken: Gesunde Erwachsene sollten bei großer Hitze mindestens etwa 2 bis 3 Liter Flüssigkeit täglich trinken. Bei körperlicher Arbeit, Sport oder längeren Aufenthalten im Freien kann der Bedarf auf 3 bis 5 Liter oder mehr ansteigen. Entscheidend ist, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken und nicht erst bei Durst. Bevorzugt werden Wasser oder ungesüßte Getränke. Alkohol sollte möglichst vermieden werden, da er die Flüssigkeitsregulation zusätzlich beeinträchtigt.
- Körperliche Belastung reduzieren: Sport, schwere körperliche Arbeit und an-strengende Freizeitaktivitäten sollten möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Während der größten Hitze zwischen etwa 11 und 17 Uhr sollte direkte Sonneneinstrahlung nach Möglichkeit gemieden werden.
- Konsequenter Sonnenschutz: Leichte, helle und luftdurchlässige Kleidung, eine Kopfbedeckung sowie Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sind wichtige Schutzmaßnahmen. Schatten ist stets der direkten Sonne vorzuziehen.
- Wohnräume kühl halten: Tagsüber Fenster und Rollläden geschlossen halten, nachts und in den frühen Morgenstunden intensiv lüften. Bereits kleine Maßnah-men können die Innenraumtemperatur deutlich senken.
- Besondere Vorsicht bei Veranstaltungen und Festivals: Wer längere Zeit im Freien unterwegs ist, sollte ausreichend Getränke mitführen, regelmäßige Trinkpausen einlegen, Schatten aufsuchen und Alkohol nur sehr zurückhaltend konsumieren. Erste Warnzeichen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Mus-kelkrämpfe oder zunehmende Erschöpfung müssen ernst genommen werden. In diesen Fällen gilt: Belastung sofort beenden, den Körper kühlen und ausreichend trinken. Bei Bewusstseinsstörungen oder Kollaps ist unverzüglich der Rettungs-dienst zu alarmieren.
Auch am Arbeitsplatz ist Hitze ein relevantes Gesundheitsrisiko. Arbeitgeber und Beschäftigte sollten gemeinsam auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Erholungspausen, möglichst schattige oder gekühlte Arbeitsbereiche sowie eine Anpassung körperlich belastender Tätigkeiten achten.
Dr. Haag abschließend:
Mit einfachen, aber konsequent umgesetzten Schutzmaßnahmen lassen sich hit-zebedingte Gesundheitsprobleme in den meisten Fällen vermeiden. Entscheidend ist, die Belastung durch die hohen Temperaturen nicht zu unterschätzen und frühzeitig auf die Warnsignale des Körpers zu reagieren. Hitze ist eine medizinisch relevante Gefahr – Prävention ist deshalb der wirksamste Schutz.
Die Einsatzkräfte des Bayreuther Roten Kreuzes werden durch ihren Arbeitgeber mit ausreichenden Getränken versorgt. Die Einsatzfahrzeuge verfügen alle über Klimaanlagen, so dass sowohl das Rettungsdienstpersonal als auch die Patienten in einer kühlen Umgebung versorgt werden können und der Rettungsdienst sichergestellt werden kann..
Wichtig ist es auch, bei einer Hitzewelle, wie derzeit, sich um alleinstehende Nachbarn oder hilfsbedürftige Personen zu kümmern, bei Ihnen vorbeizuschauen, nachzufragen, ob alles in Ordnung ist und Hilfe und Unterstützung an-zubieten, sowie sie zum Trinken anzuhalten. Dies kann Leben retten.
Dr. Haag hierzu: Besondere Aufmerksamkeit für gefährdete Menschen: Ältere Menschen verspüren häufig weniger Durst und dehydrieren deshalb schneller. Auch Säuglinge, Kleinkinder und chronisch Kranke benötigen besondere Aufmerksamkeit.
Wenn es Ihnen oder einem Nachbarn nicht gut geht, scheuen Sie sich nicht, im Zweifelsfall bei medizinischen Problemen den Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 anzurufen.
