Bergrettung – Die Bergwacht Bayern

Die Bergwacht Bayern führt den Rettungsdienst in den alpinen Einsatzbereichen und an unwegsamen Einsatzschwerpunkten durch. Sie ergänzt in besonderen Fällen die weiteren Einheiten des Rettungsdienstes auch außerhalb ihrer Einsatzbereiche. Sie wird durch die Zweckverbände für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung auf der Basis öffentlich-rechtlicher Verträge mit der Durchführung des Rettungsdienstes beauftragt.

Rechtsform und Finanzen

Die Bergwacht Bayern ist dem Landesverband des Bayerischen Roten Kreuzes zugeordnet und somit ein Teil einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das Logo der Bergwacht Bayern ist das Rote Kreuz im Edelweiß mit dem Schriftzug „Bergwacht Bayern“. Es stellt mit dem Schriftzug „Bergwacht Bayern“ eine Einheit dar und darf nicht in abgeänderter Form verwendet werden.

Die Bergwacht Bayern verwaltet ihre Finanzen innerhalb des Bayerischen Roten Kreuzes eigenständig. Sie hat einen jährlichen Gesamtaufwand von etwa 5,2 Millionen Euro. Nur etwa ein Drittel dieses Aufwands werden den betroffenen Personen in Rechnung gestellt. Gemäß Artikel 24 des Bayerischen Rettungsdienstgesetztes ist sie verpflichtet, Benutzungsentgelte für ihre Leistungen zu verlangen. Ein weiteres Drittel stellt der Freistaat Bayern für die Beschaffung der Einsatzfahrzeuge, Kommunikations- und anderweitigen Rettungsmittel zur Verfügung. Der Restbetrag finanziert sich über Spenden an unsere 119 Bergwachten.

Entwicklungen

Die Bergwacht Bayern ist eine traditionsreiche Organisation, die vor etwa 100 Jahren gegründet wurde, um den Unfalldienst in den bayerischen Alpen zu übernehmen. Seither hat die Bergwacht Bayern eine Vielzahl von Entwicklungen und Anpassungsprozessen durchlaufen. Heute sieht sich die Bergwacht Bayern einer Reihe von Herausforderungen gegenüber, die in den aktuellen Entwicklungen und in dem veränderten Verhalten der Bevölkerung in Deutschland liegen.

Verändertes Freizeitverhalten der Bevölkerung und zunehmender Tourismus in den bayerischen Alpen bedeuten für die Bergwacht Bayern eine stärkere Belastung. Leistungsfähigere Seilbahnanlagen befördern viele Erholungssuchende im Akkord auf Berggipfel, attraktive Berggaststätten locken in breitgestreuter Werbung mit Panoramablick. Trendige Sportarten ziehen Menschen in einst menschenleere Landschaften. Schneekanonen und Flutlichtanlagen verlängern die Skisaison sowie den Skitag, Mountainbikeparks und Halfpipes bedeuten neue Einsatzschwerpunkte.

Hinzu kommt der wachsende Anteil älterer und mobiler Menschen mit immer mehr Freizeit. Die Folgen sind zunehmende Einsatzzahlen an Wochentagen. Auch macht sich der allgemeine Klimawandel bemerkbar, der gerade im bayerischen Alpenraum vermehrt niederschlagsbedingte Schadensereignisse verursacht. All diesen Aufgaben möchte die Bergwacht Bayern gerecht werden und den Rettungsdienst in den Bergen gewährleisten. Als ehrenamtliche Organisation ist sie dabei auf die Hilfe und Unterstützung ihrer vielen Partner angewiesen, die zum Teil eigene Interessen in diese Partnerschaften mit einbringen.

Einsatzbereitschaft

Die Einsatzleiter der 36 Einsatzbereiche leiten und begleiten eigenverantwortlich die Einsätze der Bergwacht Bayern. Sie sind ständig verfügbar, entsprechend ausgebildet und ausgerüstet. Sie haben die Ausbildungsreihe für Einsatzleiter durchlaufen und absolvieren regelmäßig die erforderlichen Sicherheitsunterweisung. Sie stehen ebenso wie die Mitglieder der Bergwacht Bayern grundsätzlich für Rettungseinsätze zur Verfügung.

Im Einsatzgeschehen beurteilen sie gemeinsam die Situation auf Grundlage der verfügbaren Informationen und entscheiden über geeignete Vorgehensweisen. Einsätze mit überhöhtem Risiko und Einsätze wider die Vernunft werden nicht durchgeführt. Die Einschätzung treffen die Einsatzkräfte vor Ort auf Grundlage ihrer Ausbildung, Erfahrung und persönlicher Situation nach bestem Wissen und Gewissen.

Sie leistet etwa 12.000 Einsätze jährlich, das sind:

  • 6.000 Rettungsdienst-Einsätze nach SGB V
  • 950 Such und Sondereinsätze (Toten-, Tier-, Gleitschirm- oder Drachenbergung)
  • 5.000 Hilfeleistungen ohne umfangreiche medizinische Verantwortung

Sie ist organisiert in 35 Einsatzbereichen unter Führung von 35 Einsatzleitgruppen und verfügt über eine Struktur mit:

  • 108 Einsatz- und 127 Vorauseinsatzwachen
  • 172 Einsatz- und 90 Sondereinsatzfahrzeuge
  • 35 Bereichs- und 80 Gebietseinsatzzentralen

Quelle: Bergwacht Bayern
Fotos: Bergwacht Wunsiedel, Bergwacht Bischofsgrün, Bergwacht Weißenstadt

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